

Reizdarmsyndrom – Was tun?
Autor: Dr. med. Jörg Zorn
So unterschiedlich wie sich das Reizdarmsyndrom – kurz RDS oder umgangssprachlich auch „Reizdarm“ – äußern kann, so vielfältig sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Da fällt es Betroffenen oft schwer, den Überblick zu bewahren und vor allem die geeignete Behandlung für sich selbst zu finden. Hier finden Sie eine Übersicht zu den verschiedenen Behandlungskonzepten, für wen welche Therapie geeignet ist und was es dabei zu beachten gibt.
Lesedauer: 10 Minuten
1. Behandlungsmöglichkeiten bei Reizdarm im Überblick
Wie kann ich einen Reizdarm behandeln?
Bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms gibt es nicht das „eine“ Medikament, mit dem sich die Erkrankung heilen lässt. Da die Symptome von Blähungen über Verstopfung bis hin zu krampfartigen Schmerzen und Übelkeit reichen, setzt man hier auf eine multimodale Therapie. Das bedeutet, Sie kombinieren verschiedene Ansätze, um die Beschwerden unter Kontrolle zu bringen: Ernährungsumstellung, Stressmanagement und bei Bedarf medikamentöse Unterstützung.
Für viele Betroffene ist die low-FODMAP-Diät eine wichtige Säule in der Behandlung des RDS. Dabei werden kurzzeitig bestimmte vergärbare Kohlenhydrate auf dem Speiseplan reduziert, um den Darm zu beruhigen. In verschiedenen klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass sich die Symptomatik unter dieser speziellen Diät verbessert.
Welche Vorteile die low-FODMAP-Diät hat und wie sie funktioniert, erfahren Sie hier: FODMAP-Diät – spezielle Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden
Auch die Psyche spielt eine Rolle bei der Erkrankung. Stress und emotionale Belastung wirken sich negativ auf die Symptome aus. Daher sind auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Meditationen, Atemübungen und andere bewährte Methoden zur Stressbewältigung ein zentraler Bestandteil in der Reizdarm-Behandlung.
Schon mal etwas von der Darm-Hirn-Achse gehört? Hier erfahren Sie mehr: Psyche und Verdauung – Wie hängt beides zusammen?
Welche Medikamente helfen bei Reizdarm?
Für die Behandlung des Reizdarmsyndroms stehen verschiedene Medikamente zur Auswahl. Viele Betroffene greifen gerne auf pflanzliche Arzneimittel zurück. Pfefferminzöl erhielt in der medizinischen Leitlinie* als einziger pflanzlicher Wirkstoff den höchsten Empfehlungsgrad für die Behandlung von Schmerzen und Blähungen bei einem Reizdarmsyndrom. Gleichzeitig ist der pflanzliche Wirkstoff gut verträglich.
Digestopret® bei Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl
Digestopret® enthält hochdosiertes Pfefferminzöl. Das pflanzliche Arzneimittel beruhigt den Darm, lindert Bauchkrämpfe, indem es die verkrampfte Darmmuskulatur entspannt und reduziert durch seinen entschäumenden Effekt Blähungen. Außerdem fördert Digestopret® den Gallenfluss – ein wichtiger Prozess bei der Fettverdauung. Dadurch kann Digestopret® dazu beitragen, das Völlegefühl zu reduzieren.
In der Regel wird das pflanzliche Arzneimittel Digestopret® bis zum Abklingen der Beschwerden, etwa ein bis zwei Wochen, eingenommen. Im Bedarfsfall ist auch eine längere Einnahme möglich.
Einzelne Beschwerden gezielt behandeln
Bestimmte andere Medikamente werden beim Reizdarmsyndrom zur gezielten Linderung einzelner Symptome eingesetzt:
• Spasmolytika (krampflösende Mittel) werden eingesetzt, wenn Sie unter Krämpfen leiden. Diese Arzneistoffe entspannen die glatte Muskulatur des Darms und reduzieren so die krampfartigen Schmerzen.
• Antidiarrhoika sind bei Durchfall hilfreich. Sie wirken auf unterschiedliche Weise hemmend auf die Darmaktivität und wirken der Verflüssigung des Stuhls entgegen.
• Abführmittel und Quellmittel wie Flohsamenschalen oder spezielle Laxanzien werden bei Verstopfung angewendet.
•Probiotika sollen dazu beitragen, das Gleichgewicht der Darmflora (Mikrobiom) wiederherzustellen. Ihr Einsatz wird unterschiedlich bewertet und nicht uneingeschränkt empfohlen.
Sie möchten gerne mehr zu den einzelnen Behandlungsmöglichkeiten lesen? Hier erfahren Sie mehr:
• Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe: mögliche Behandlung
• Was hilft bei Blähungen, Blähbauch und Völlegefühl?
• Verstopfung (Obstipation) – häufige Ursachen, typische Anzeichen und mögliche Behandlungen
• Blähungen, Blähbauch und Völlegefühl in der Schwangerschaft – was tun?
Gibt es Hausmittel, die beim Reizdarmsyndrom helfen?
Wie bei den meisten anderen Erkrankungen, gibt es auch beim Reizdarmsyndrom einige Hausmittel, auf die Betroffene gerne zurückgreifen. Diese sind einfach zu beschaffen und im Alltag meist schnell verfügbar, wenn sich unangenehme Beschwerden bemerkbar machen.
• Ein Klassiker ist die Wärmflasche auf dem Bauch. Durch die Wärme trägt sie zur Entspannung der Muskulatur bei und wird besonders bei Krämpfen und Schmerzen angewendet. Ein feucht-warmer Bauchwickel hat einen ähnlichen Effekt.
• Auch Tees aus Heilpflanzen wie Pfefferminze, Anis, Fenchel und Kümmel sind bewährte Hausmittel bei Darmbeschwerden. Die darin enthaltenen Wirkstoffe helfen dabei, den Darm zu beruhigen und zu entspannen. Außerdem haben manche Magen-Darm-Tees einen entblähenden Effekt.
Welcher Tee hilft bei welchen Symptomen? Lesen Sie hier: Magen-Darm-Tee bei Verdauungsstörungen (Link zum Beitrag)
• Ein weiteres „Hausmittel“ ist die bewusste Bewegung. Ein sanfter Verdauungsspaziergang kann helfen, Gase im Darm zu lösen und die Darmtätigkeit bei Verstopfung natürlich anzuregen, ohne den Körper dabei zu belasten. Wichtig ist aber, dass es sich dabei um leichte Aktivitäten handelt; sehr intensive sportliche Belastungen haben oft einen gegenteiligen Effekt auf den Darm.
Hier finden Sie noch mehr bewährte Hausmittel und nützliche Tipps: Verdauungsprobleme: Hausmittel und Tipps für den Alltag
2. Hinweise und Tipps für den Alltag mit Reizdarmsyndrom
Was sollte man nicht essen bei Reizdarm?
Es gibt keine allgemeingültige „Reizdarm-Diät“ mit bestimmten Verboten. Jeder Verdauungstrakt ist anders und jeder Betroffene verträgt andere Lebensmittel besser oder schlechter. Hier müssen Sie für sich selbst den optimalen individuellen Speiseplan erarbeiten.
Es gibt jedoch bestimmte Lebensmittel, die als typische Trigger für manche Symptome gelten. Betroffene berichten häufig, dass stark verarbeitete Lebensmittel, sehr fettige Speisen und scharfe Gewürze die Beschwerden verschlimmern. Auch blähende Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte oder frisches Brot können zu schmerzhaften Gasansammlungen führen.
Zudem sollten Sie auf künstliche Süßstoffe wie Sorbit oder Xylit achten, da diese eine abführende Wirkung haben und Gärprozesse fördern. Diese Süßstoffe sind häufig versteckt und auch in Produkten enthalten, bei denen man gar nicht daran denkt – z. B. in zuckerfreien Kaugummis.
Sie sind noch auf der Suche nach der richtigen Ernährungsweise für sich?
Hier erfahren Sie mehr: Ernährung bei Reizdarm: Tipps und Hinweise
Was verschlimmert einen Reizdarm?
Neben der Ernährung ist Stress ein großer Faktor. Das Nervensystem im Bauch reagiert sensibel auf Hektik und emotionale Belastung – besonders bei Betroffenen mit Reizdarm. Stressmanagement im Alltag ist daher eine zentrale Säule in der Behandlung.
Das beginnt auch schon bei Kleinigkeiten. Wer unter Zeitdruck isst oder Mahlzeiten ausfallen lässt, riskiert bereits eine Verschlechterung der Beschwerden. Auch Schlafmangel und körperliche Überbelastung können bei Betroffenen dazu führen, dass der Darm empfindlicher reagiert als gewöhnlich. Ein unregelmäßiger Lebensrhythmus bringt das empfindliche Gleichgewicht des Verdauungstraktes oft zusätzlich durcheinander.
Für Betroffene ist es daher wichtig, die Erkrankung als solche zunächst anzunehmen und sich sorgfältig damit auseinanderzusetzen. Dann kann Schritt für Schritt der Alltag darum aufgebaut und angepasst werden – so lassen sich die Beschwerden langfristig am besten kontrollieren.
Darf man Kaffee trinken bei Reizdarm?
Auch Kaffee wird von jedem Betroffenen anders vertragen. Bei manchen führt der Konsum zu einer deutlichen Verschlechterung der Symptome, andere bemerken keinerlei Auswirkungen. Tasten Sie sich daher am besten langsam heran.
Grundsätzlich sollten Menschen mit Reizdarmsyndrom Kaffeeprodukte aber eher zurückhaltend zu sich nehmen. Tipp: Wenn Sie gar nicht darauf verzichten möchten, probieren Sie lieber säurearme Sorten (Espresso-Röstung). Diese sind oft milder und leichter verträglich für den Verdauungstrakt.
3. Reizdarmsyndrom behandeln – die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick
Das eine Medikament mit dem sich alle Reizdarm-Beschwerden heilen lassen, gibt es leider noch nicht. Bei der Behandlung konzentriert man sich daher auf die Linderung der jeweiligen Symptome und darauf, die Erkrankung im Alltag bestmöglich zu kontrollieren.
Das Behandlungskonzept besteht meist aus mehreren Ansätzen. Die Basis bildet dabei ein optimaler Ernährungsplan und ein gutes Stressmanagement, um negative Faktoren möglichst zu reduzieren. Bei Bedarf können dann einzelne Symptome gezielt behandelt werden.Das eine Medikament mit dem sich alle Reizdarm-Beschwerden heilen lassen, gibt es leider noch nicht. Bei der Behandlung konzentriert man sich daher auf die Linderung der jeweiligen Symptome und darauf, die Erkrankung im Alltag bestmöglich zu kontrollieren.
Das Behandlungskonzept besteht meist aus mehreren Ansätzen. Die Basis bildet dabei ein optimaler Ernährungsplan und ein gutes Stressmanagement, um negative Faktoren möglichst zu reduzieren. Bei Bedarf können dann einzelne Symptome gezielt behandelt werden.Pfefferminzöl erhielt in den medizinischen Leitlinien als einziger pflanzlicher Wirkstoff den höchsten Empfehlungsgrad für die Behandlung von Schmerzen und Blähungen bei einem Reizdarmsyndrom. In Studien konnten gute Behandlungsergebnisse bei gleichzeitig guter Verträglichkeit beobachtet werden.
In Digestopret® ist Pfefferminzöl enthalten. Das pflanzliche Arzneimittel beruhigt den Darm, lindert Bauchkrämpfe und reduziert Blähungen. Am besten wird die Behandlung ergänzt mit einem individuell angepassten Ernährungsplan und einem ausgewogenen Stressmanagement im Alltag.Das Reizdarmsyndrom gilt als chronische Erkrankung, was aber nicht bedeutet, dass es lebenslang gleichbleibend schlimm sein muss. Viele Betroffene erleben lange Phasen ohne Beschwerden, wenn die Ernährung und der Alltag gut auf die Erkrankung eingestellt sind. Oft beruhigen sich die Verdauungsbeschwerden auch, wenn Betroffene lernen, ihre individuellen Trigger (Ernährung, Stress) effektiv zu managen. So kann auch trotz Erkrankung häufig eine gute Lebensqualität erreicht werden.
Der Arzt verordnet meist symptomorientierte Medikamente, um gezielt einzelne vorherrschende Beschwerden zu lindern.
Pflanzliche Arzneimittel wie Digestopret® werden dabei in der Regel bis zum Abklingen der Beschwerden eingenommen. Bei länger anhaltenden Symptomen kann die Einnahme von Digestopret® ggf. auch darüber hinaus fortgeführt werden.
Bei sehr starken Schmerzen können ergänzend beispielsweise spezielle Schmerzmittel oder krampflösende Mittel eingesetzt werden. Wenn Betroffene unter schweren Durchfällen leiden, können auch bestimmte Medikamente verschrieben werden, die die Verdauung hemmen und dadurch den Stuhlgang wieder besser regulieren.
Die Verschreibung von Medikamenten erfolgt also immer abhängig von Ihren Beschwerden und deren Ausprägung.
Autoren

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