Digestopret: Frau mit ReizdarmsyndromDigestopret: Frau mit Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom: Typische Anzeichen und Symptome

Ein Reizdarmsyndrom kann sich sehr unterschiedlich äußern und zu verschiedensten Beschwerden bei Betroffenen führen. Häufig kommt es zu Durchfall, Verstopfung, Bauchkrämpfen und Blähungen. Aber auch Symptome außerhalb des Verdauungstraktes können auftreten. Dazu gehören vor allem Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Reizdarmsyndrom erkennen können und welche unterschiedlichen Formen und Ausprägungen es gibt.

Lesedauer: 6 Minuten

Reizdarm-Symptome im Verdauungstrakt

Welche Symptome sind typisch für das Reizdarmsyndrom?

Das sogenannte Reizdarmsyndrom, kurz RDS oder umgangssprachlich auch häufig einfach nur als „Reizdarm“ bezeichnet, kann sich bei jedem Betroffenen anders äußern.

Zu den typischen Beschwerden gehören beispielsweise diffuse Bauchschmerzen, krampfartige Beschwerden sowie ein ausgeprägtes Druck- und Völlegefühl. Besonders belastend empfinden viele Betroffene den sogenannten Blähbauch (Meteorismus). Hierbei sammelt sich übermäßig viel Luft im Darm an, die nicht ausreichend entweichen kann und dadurch zu schmerzhaften Spannungsgefühlen führt.

Zusätzlich treten häufig Veränderungen des Stuhlgangs auf: Während einige Betroffene unter permanenten Durchfall leiden, kämpfen andere mit hartnäckiger Verstopfung oder einem ständigen Wechsel zwischen beiden Extremen.

Die vier “Reizdarm-Typen”

Abhängig von den vorrangigen Verdauungsproblemen werden vier RDS-Formen unterschieden:

1. RDS-D (Diarrhö-Typ): Vorwiegend Durchfall.
2. RDS-O (Obstipations-Typ): Vorwiegend Verstopfung.
3. RDS-M (Misch-Typ): Wechselnde Episoden von Durchfall und Verstopfung.
4. RDS-U (Unklassifiziert): Die Symptome passen in kein festes Schema.
Sie möchten wissen, wie es überhaupt zu einem Reizdarmsyndrom kommen kann? Lesen Sie hier: Reizdarm bzw. Reizdarmsyndrom: Ursachen, Risiko- und Einflussfaktoren

Wie merkt man, ob man ein Reizdarmsyndrom hat?

Ein Reizdarmsyndrom wird meist als Ausschlussdiagnose gestellt. Das bedeutet, dass Sie die Symptome zwar deutlich spüren, der Arzt bei Untersuchungen wie einer Darmspiegelung aber keine organischen Ursachen – wie beispielsweise chronische Entzündungen oder Geschwüre – finden kann.

Definitionsgemäß spricht man von einem RDS, wenn:

• die Beschwerden über mehr als drei Monate anhalten oder regelmäßig wiederkehren,
• die Symptome von Stuhlveränderungen begleitet werden
• die Lebensqualität dadurch relevant beeinträchtigt ist.

Wenn Sie also schon länger oder immer wieder unter unerklärlichen Magen-Darm-Problemen bzw. Stuhlveränderungen leiden, ist es ratsam, dies einmal gründlich ärztlich untersuchen zu lassen, um der genauen Ursache auf den Grund zu gehen.

Wie oft hat man bei „Reizdarm“ Stuhlgang?

Die Stuhlfrequenz ist beim Reizdarmsyndrom sehr individuell und hängt vom jeweiligen Typ ab. Betroffene mit dem Durchfall-Typ (RDS-D) müssen oft unmittelbar nach dem Essen oder in Stresssituationen sehr plötzlich die Toilette aufsuchen, häufig mehr als dreimal täglich. Der Stuhl ist dabei meist sehr flüssig.
Im Gegensatz dazu haben Patienten mit dem Verstopfungs-Typ (RDS-O) seltener als dreimal pro Woche Stuhlgang. Wenn Sie unter dem Misch-Typ leiden, können sich diese Phasen unvorhersehbar abwechseln. Häufig wird zudem von einem Gefühl der unvollständigen Darmentleerung berichtet, was im Alltag sehr belastend sein kann.

Können bei einem Reizdarmsyndrom Blutungen auftreten?

Grundsätzlich gilt: Blut im Stuhl ist kein typisches Symptom für ein Reizdarmsyndrom. Da das RDS eine funktionelle Störung ist, bei der die Darmwand intakt bleibt, treten in der Regel keine Blutungen auf.

Bemerken Betroffene dennoch Blut, sollte das als Warnzeichen gesehen werden. In einem solchen Fall ist es ratsam, umgehend ärztlichen Rat einzuholen, um andere Ursachen wie Hämorrhoiden, Analfissuren oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auszuschließen. Blut gilt in der Gastroenterologie als „Red Flag“, die eine genaue Abklärung erfordert.

Können bei einem Reizdarmsyndrom Blutungen auftreten?

Grundsätzlich gilt: Blut im Stuhl ist kein typisches Symptom für ein Reizdarmsyndrom. Da das RDS eine funktionelle Störung ist, bei der die Darmwand intakt bleibt, treten in der Regel keine Blutungen auf.
Bemerken Betroffene dennoch Blut, sollte das als Warnzeichen gesehen werden. In einem solchen Fall ist es ratsam, umgehend ärztlichen Rat einzuholen, um andere Ursachen wie Hämorrhoiden, Analfissuren oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auszuschließen. Blut gilt in der Gastroenterologie als „Red Flag“, die eine genaue Abklärung erfordert.

Reizdarm-Symptome außerhalb des Verdauungstraktes

Kann ein Reizdarmsyndrom auch ohne Darmprobleme auftreten?

Rein medizinisch ist das Reizdarmsyndrom immer an Beschwerden im Magen-Darm-Trakt geknüpft. Laut Leitlinien müssen für die Diagnose also chronische Bauchschmerzen oder Stuhlveränderungen vorliegen. Allerdings sind die Symptome oft so vielfältig, dass Darmprobleme nicht immer als das vordergründige Leiden wahrgenommen werden.
Viele Betroffene berichten, dass sie zusätzlich unter Erschöpfung oder einer verminderten Leistungsfähigkeit leiden, was manchmal sogar als belastender empfunden wird als die eigentlichen Verdauungsprobleme.

Hat „Reizdarm“ etwas mit der Psyche zu tun?

Die Psyche spielt häufig eine zentrale Rolle bei Magen-Darm-Beschwerden, ist aber niemals der alleinige Auslöser für ein Reizdarmsyndrom.

Mediziner sprechen bei dieser Verbindung von der sogenannten „Darm-Hirn-Achse“. Diese direkte Kommunikationsleitung zwischen Gehirn und Bauchraum sorgt dafür, dass Stress, Angst oder Ärger die Darmaktivität unmittelbar beeinflussen können. Betroffene weisen oft eine sogenannte viszerale Hypersensitivität auf – das bedeutet, ihr Darmnervensystem reagiert viel empfindlicher auf Reize als bei gesunden Menschen. Wenn Sie unter Stress stehen, kann dies Ihre Symptome also verschlimmern oder einen neuen Schub auslösen.

Sie möchten gerne mehr über die unsichtbare Verbindung zwischen Darm und Gehirn wissen? Lesen Sie hier: Psyche und Verdauung – Wie hängt beides zusammen? (Link zum Beitrag)

Können Darmprobleme Kopfschmerzen auslösen?

Ja, das ist durchaus möglich. Da das Reizdarmsyndrom oft mit einer allgemeinen Übererregbarkeit des Nervensystems einhergeht, treten häufig Begleiterscheinungen außerhalb des Bauches auf. Betroffene leiden oft an Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Auch Schlafstörungen und eine damit verbundene Müdigkeit sind keine Seltenheit.

Reizdarmsyndrom: Typische Anzeichen und Symptome - die wichtigsten Fragen und Antworten

Ein Reizdarmschub hat keine feste Dauer und verläuft bei jedem Menschen ein bisschen anders. Bei einigen Betroffenen halten die akuten Beschwerden nur wenige Stunden oder Tage an, oft getriggert durch bestimmte Lebensmittel oder Stressphasen. Bei anderen kann ein Schub mehrere Wochen andauern. Es handelt sich oft um einen chronischen Verlauf mit wellenförmigen Phasen: Auf Zeiten mit starken Beschwerden folgen Phasen der Besserung. Mit einer angepassten Ernährung und pflanzlichen Hilfsmitteln können Sie jedoch versuchen, die Dauer und Intensität der Schübe positiv zu beeinflussen.

Hier finden Sie mehr zu diesem Thema:
Ernährung bei Reizdarm: Tipps und Hinweise
Pfefferminze bei Verdauungsbeschwerden und Reizdarm: Wirkung und Anwendung

Ein Reizdarmschub hat keine feste Dauer und verläuft bei jedem Menschen ein bisschen anders. Bei einigen Betroffenen halten die akuten Beschwerden nur wenige Stunden oder Tage an, oft getriggert durch bestimmte Lebensmittel oder Stressphasen. Bei anderen kann ein Schub mehrere Wochen andauern. Es handelt sich oft um einen chronischen Verlauf mit wellenförmigen Phasen: Auf Zeiten mit starken Beschwerden folgen Phasen der Besserung. Mit einer angepassten Ernährung und pflanzlichen Hilfsmitteln können Sie jedoch versuchen, die Dauer und Intensität der Schübe positiv zu beeinflussen.

Hier finden Sie mehr zu diesem Thema:
Ernährung bei Reizdarm: Tipps und Hinweise
Pfefferminze bei Verdauungsbeschwerden und Reizdarm: Wirkung und Anwendung

Frauen sind etwa doppelt so häufig vom Reizdarmsyndrom betroffen wie Männer. Das liegt vermutlich an hormonellen Faktoren und einer oft intensiveren Schmerzwahrnehmung.

Viele Frauen bemerken auch, dass sich ihre Symptome zyklusabhängig verändern – kurz vor oder während der Periode klagen Betroffene nicht selten über verstärkte Blähungen und Durchfälle. Zudem berichten betroffene Frauen häufiger über zusätzliche Beschwerden wie eine Reizblase oder Schmerzen im Beckenbereich.

Den optimalen Speiseplan finden

Um die Symptome langfristig besser zu verstehen und vor allem vorzubeugen, kann ein Ernährungstagebuch helfen, den Zusammenhang zwischen Zyklus, Ernährung und Symptomen besser zu verstehen und Ihren Speiseplan individuell auf Ihre Gesamtsituation abzustimmen.

Unser Ernährungstagebuch hilft Ihnen dabei, Ihren ganz individuellen Speiseplan zu erstellen:
Ernährungsleitfaden für Reizdarm und Verdauungsbeschwerden

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Dr. med. Jörg Zorn, Medizinjournalist
Autor des Artikels
Dr. med. Jörg Zorn, Medizinjournalist
  • Studium:
    Universitätsklinik Marburg
    Ludwig-Maximilians-Universität in München

  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
    Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag

    mehr Informationen

Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin
  • Studium:
    Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn-Universität in München

  • Berufliche Stationen:
    Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
    Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung

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